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Interview mit der Olympia-Bronze-Gewinnerin

Lucie Geelhaar kehrt mit der Bronzemedaille von den olympischen Jugendwinterspielen 2012 aus Innsbruck zurück!

Wir haben sie zu Hause besucht ! Fotos gibts in der Bildergalerie unter "Jugendolympiade 2012 in Innsbruck"

Zum Interview...

 

 

Bronze für Lucie !

Am Montag, den 23. Januar kehrte Lucie Geelhaar, Mitglied der Jugendmannschaft der Woodpeckers, von den Ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck zurück.
Mit dem Olympiateam der Damen-Eishockeymannschaft errang sie durch einen 7:4  Sieg gegen Kasachstan den dritten Platz und damit die Bronze-Medaille.
Mit zwei Toren und drei Assists rangiert sie in der Spielstatistik in den vorderen Plätzen ihrer Mannschaft.

Lucie Geelhaar spielt nicht nur in der Jugendmannschaft der Woodpeckers Eishockey, sie ist auch in der Damenmannschaft des ERC-Ingolstadt derzeit an der Tabellenspitze der Landesliga, und dort wurde wohl auch Bundestrainer Kathan auf sie aufmerksam. Wir wollen uns deshalb nicht mit fremden Lorbeeren schmücken, trotzdem wird uns wohl niemand verdenken, wenn wir uns mit unserer Spielerin tüchtig freuen und uns damit ein wenig mit dem „Glanz“ der Medaille schmücken wollen.

Abteilungsleiter (AL) Harald Wimmer besuchte die Olympionikin, um zu diesem herausragenden Ergebnis zu gratulieren und Lucie zu Ihren Eindrücken zu befragen:

AL:
„Hallo Lucie, herzlichen Glückwunsch im Namen der ganzen Abteilung!
Sag mal, wie war es denn, als Bronzemedaillen-Gewinnerin auf dem Treppchen zu stehen, und im Trikot der Nationalmannschaft die Medaille überreicht zu bekommen?“

Lucie:
„Die Medaillenverleihung war ja erst nach dem Endspiel und nicht auf dem Treppchen, sondern auf dem Eis, und als Hymne wurde nur die Schwedische Nationalhymne gespielt. Aber es war schon trotzdem ein „cooles“ Ereignis. Das Trikot der Nationalmannschaft hatten wir natürlich an, wir durften es sogar dann auch behalten.
Der DEB-Präsident hat uns allen einzeln gratuliert und auch ein Mitglied des IOC – da weiß ich den Namen gar nicht mehr. Und dann die jubelnden Fans. Es war wirklich „cool“ und ein wenig Gänsehaut bekommt man da schon.“

AL:
„Und heute? Du bist ja am Montag noch einen Tag von Deinem Rektor am Effner-Gymnasium von der Schule befreit worden -  wie sieht es mit ein wenig Abstand aus?“

Lucie:
„Ja, jetzt ist natürlich der Alltag schon etwas eingekehrt. Ich war am Dienstag zum ersten Mal wieder in der Schule, und es war ein wenig komisch aber auch sehr schön, zu erfahren, dass viele Lehrer und Schüler Anteil genommen haben und noch nehmen. Das war mir gar nicht so bewusst. Besonders gefreut hat mich, dass Herr Paintner, unser Sportlehrer am „Effner“, uns mit einem ganzen Bus von Schülern aus fünf Sportkursen am Dienstag letzter Woche in Innsbruck besucht hat.“

AL:
„Bist Du denn mit dem Abschneiden Deiner Mannschaft zufrieden?“

Lucie:
„Na ja, ich muss schon zugeben, dass ich nach der Niederlage gegen Österreich im Semifinale sehr enttäuscht war. Aber wir waren alle nicht unzufrieden mit dem Team, sondern mit dem Ergebnis. In der Vorrunde hatten wir gegen Österreich noch 2: 5 verloren und im Semifinale hatten wir klar die meisten Spielanteile und die besseren Chancen. Da gab es auch keine Kritik von der Trainerin. Es ist halt einfach traurig, wenn so ein Spiel dann knapp mit 0:2 verloren geht. Aber das gehört, wie sonst im Sport, auch zu einem olympischen Turnier: Am Ende zählt das Ergebnis.

Aber mit dem Abschneiden des Teams bin ich schon sehr zufrieden. Es war ein tolles Miteinander und es hat wirklich viel Spaß gemacht. Und insgesamt können wir uns auch mit der Gesamtleistung schon gut sehen lassen, glaub ich.

AL:
„Die „Fans“ sehen das bestimmt auch so.
Wie sieht es mit Deiner persönlichen Bilanz aus? Bist Du da auch zufrieden?“

Lucie:
(Charmante Denkpause) „Ja, ehrlich gesagt schon. Ich habe nicht wirklich erwartet, dass ich gleich in der ersten Reihe spielen würde, und mit zwei Toren und drei gewerteten Vorlagen bin ich schon sehr zufrieden. Wenn man alle Chancen sieht, wünscht sich man sich natürlich immer mehr. Aber so ist es schon in Ordnung.“

AL:
„Die offizielle Benennung zur Olympiade erfolgte ja ziemlich spät, das muss so Mitte Dezember gewesen sein. Wie habt Ihr Euch denn da als Team so schnell zusammengefunden?“

Lucie:
„Nach der Benennung hatte ich im Dezember noch drei Mal Stützpunkttraining in Füssen, und am Mittwoch, den 11.01. ging es dann gleich nach Innsbruck.
Dort hatten wir noch mal am Mittwoch und Donnerstag Training, und am Freitag war gleich das erste Spiel.

AL:
„Das waren ja nun die ersten Olympischen Jugendwinterspiele. Wie war denn die Anteilnahme der Öffentlichkeit in Innsbruck?“

Lucie:
„Die Spiele waren gut besucht. Wir mussten nachher immer durch eine sogenannte „Mixed-Zone“. Da waren viele Presseleute und auch Fernsehsender, und auch die Zuschauer haben den Kontakt gesucht. Beim Endspiel kam man ohne vorbestellte Karten gar nicht rein.“

AL:
„Gab es denn „Fans“ aus Dachau und Ingolstadt?

Lucie:
Es hat mich besonders gefreut, dass meine Schule da war, das habe ich ja schon gesagt. Aber auch meine Familie und einige Freunde haben jede Gelegenheit genutzt, uns zuzusehen. Meine Mama behauptet sogar, ich hätte den größten „persönlichen Fanclub“ gehabt, aber Du weißt ja, wie Eltern das so sehen …“ Möglicherweise stimmt´s sogar. Dachau ist ja nicht so weit von Innsbruck entfernt, da geht ein Besuch halt auch leichter. Mich freut auf jeden Fall die Anteilnahme, auch von den Kameraden im Verein, die nicht kommen konnten. Damit hatte ich nicht gerechnet.

AL:
„Die Teilnahme an olympischen Spielen eröffnet ja nun auch neue Perspektiven.
Wie wird es weiter gehen, was sind Deine nächsten Ziele?“

Lucie:
„Beim ERC Ingolstadt fühle ich mich in der Damenmannschaft sehr wohl. Ich harmoniere sehr gut mit zwei weiteren Stürmerinnen und das Zusammenspiel klappt klasse! Es macht so richtig Spaß!
Wir führen derzeit die Tabelle in der Landesliga an, und das Ziel für die nächsten zwei Jahre muss natürlich heißen: Aufstieg in die Bundesliga und dann den Klassenerhalt erst mal sichern!
Für mich selber wünsche ich mir natürlich auch den Aufstieg in die Bundesliga, viel Training und möglichst einen Platz in der Damen-A-Nationalmannschaft. Das wäre erst mal das Größte.

AL:
„Wie geht es weiter bei den Woodpeckers?“

Lucie:
„Bei den Woodpeckers bin ich aufgewachsen und ich spiele in der Jugendmannschaft in der Bezirksliga einem „gemischten“ Team, zusammen mit den „Jungs“.
Man kann das mit der Landesliga der Damen aber nicht wirklich vergleichen. Da sind schon die Regeln ein wenig anders, und natürlich sind in der Landesliga beim ERC die Trainingsbedingungen und die Ausgeglichenheit der Spielstärke der Mitspielerinnen auch anders. Natürlich werde ich noch meine Bestleistung bei der Jugend geben und diese Saison zu Ende spielen. Danach möchte ich versuchen, mich in einer anderen Mannschaft zu verbessern, um meinen Traum, irgendwann in der Damen-A-Mannschaft zu spielen, verwirklichen zu können. Ich hoffe meine Entscheidung wird auf Verständnis stoßen.

AL:
Zum Abschluss:
Diese ersten olympischen Winterspiele haben Dich ja sozusagen „unsterblich“ gemacht. Ich kenne keinen Fall, in dem ein Teilnehmer einer Olympiade jemals aus einer Siegerliste gestrichen wurde.
Und in Dachau selbst haben wir auf die Schnelle niemanden ermitteln können, der wirklich Dachauer Bürger und Dachauer Sportler war. Du könntest die erste „echte“ Dachauer Medaillengewinnerin sein!?“

Lucie:
„Nie darüber nachgedacht.“

AL:
Allein die Teilnahme an einer Olympiade ist doch schon für einen „Normalsportler“ ein einmaliges Ereignis.
Was bleibt Dir denn so in Erinnerung, was hast Du denn vom „Olympischen Gedanken“ so mitbekommen?

Lucie:
„Viel habe ich natürlich in der Mannschaft mitbekommen, viele neue Freundschaften schließen können, aber auch im gesamten deutschen Team gab es viele Kontakte. Auch zu Sportlern anderer Länder hatten wir Verbindung. Unser Zeitplan hat es erlaubt, dass wir auch andere Wettbewerbe, vor allem natürlich im Eishockey, im Eiskunstlauf, Short-Track und im Eisschnelllaufen ansehen konnten. Einmal konnten wir auch zum Skispringen fahren. Da hat mich besonders eine ungefähr 150 cm große Japanerin fasziniert, von der man den Eindruck hatte, sie würde gar nicht mehr landen wollen. Sie wurde Siegerin.

In einzelnen Sportarten hat mich besonders beeindruckt, was manche Leute da schon geleistet haben. Da waren Weltmeister und Europasieger dabei. In manchen Sportarten ist man ja mit 16 Jahren schon mitten im Leistungssport. Da sind Leute dabei, die in diesem Alter bereits eine enorme Reife haben.

Ich hatte aber den Eindruck, dass trotzdem alles sehr entspannt war. Es wird ja oft über den Druck von Außen auf die Sportler geredet. Ich persönlich habe das anders empfunden. Den Druck habe ich nach meiner Nominierung am meisten in mir selbst gefühlt. Die Trainer haben uns immer sehr verständnisvoll behandelt.“

AL:
Vielen Dank, Lucie, für dieses ausführliche Interview.
Die Woodpeckers wünschen Dir weiter viel Glück und Erfolg !

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 29. April 2012 10:53

 

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